DIE SIEBEN TODSÜNDEN / SANCTA SUSANNA
DIE SIEBEN TODSÜNDEN
Ballet chanté
von Bertolt Brecht (1898-1956),Text
und Kurt Weill (1900-1950), Musik

Workshop: 29.05.2010, 17 Uhr und 05.06.2010. 10.45 Uhr
Matinèe: 30.05.2010, Foyer
Premiere:10.06.2010, Großes Haus 
„Müßiggang ist aller Laster Anfang“ befindet die mit einem Herrenquartett besetzte und damit ironisierte Familie der Schwestern Anna. Somit werden kurzerhand Anna I und Anna II, zwei Schwestern und doch Kehrseiten ein und derselben Persönlichkeit, ausgeschickt, Geld zu verdienen. In jeder der sieben Städte, durch die sie kommen, droht Anna II einer Todsünde zu verfallen. Anna I, der pragmatische Teil des Duos, versucht, beide vor den Versuchungen zu bewahren. Nach bitteren Erfahrungen kehren beide schließlich in die Heimat zurück, scheinbar erfolgreich, verhalfen sie doch der Familie mit dem verdienten Geld zu einem kleinen Häuschen.

Die ursprüngliche Intention Brechts, seine marxistische Anschauung in dieses Ballett mit Gesang einfließen zu lassen, wurde schon in der Uraufführungschoreografie, 1933 in Paris, von George Balanchine beinahe vollkommen hinfällig. Der Schwerpunkt fiel auf die psychologische Deutung der gespaltenen Persönlichkeit Annas, die mit der Sängerin Lotte Lenya und der Tänzerin Tilly Losch prominent besetzt war. Mit ihrer bittersüßen, immer leicht distanzierten und ironisierenden Haltung lässt Weills Musik, ebenso wie der knapp gehaltene Text, verschiedene Interpretationen zu und ist eine eingängige Referenz an die Unterhaltungsmusik der 20er Jahre mit ihren Tanzformen wie Shimmy, Foxtrott, aber auch Marsch und Walzer.

Die sieben Todsünden“ wird zusammen mit Hindemiths „Sancta Susanna“ als Fortführung der spartenübergreifenden Zusammenarbeit des Ulmer Balletts und Musiktheaters erarbeitet. Die Gegenüberstellung von Tanz und Gesang findet ihr Pendant in der Konfrontation der Theatersprachen des Expressionismus und des sozialkritischen Lehrstücks.


MIT Gillian Crichton (Anna I), Juliane Nawo (Anna II); Ballettensemble des Theaters Ulm; Philharmonisches Orchester der Stadt Ulm

MUSIKALISCHE LEITUNG Alexander Drčar
INSZENIERUNG & CHOREOGRAFIE Matthias Kaiser & Roberto Scafati



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